Wenn eine Anwendung dazu da ist, dass jemand danach handelt, reicht es nicht, dass die Daten korrekt sind. Sie müssen auch korrekt aussehen. Zwischen einem Wert von vorhin und einem Wert von jetzt liegt in einer Oberfläche für Steuerung oder Handel ein Unterschied, der Geld kostet, und genau diesen Unterschied verschlucken die meisten Bestandsoberflächen.
Das Muster kennt ihr vermutlich aus eurem eigenen System. Die Anwendung ist über Jahre gewachsen, Fachbereiche haben Felder nachbestellt, jede Erweiterung hat ihre eigene Logik mitgebracht, und die Struktur darunter ist die alte geblieben. Am Ende steht ein Bildschirm, auf dem alles zu sehen ist und nichts vorne steht.
Dazu kommt die Frage, die in dichten Oberflächen mit Zeitreihen immer zu spät gestellt wird: Was tut jemand, wenn ein Wert fehlt, wenn eine Messreihe eine Lücke hat, wenn zwei Quellen sich widersprechen? Das ist kein Sonderfall am Rand, das ist in dieser Art von Software der Normalfall.
Und drittens die Meldungen. Eine Oberfläche, die jede Abweichung gleich laut ausgibt, erzieht ihre Nutzer dazu, alles wegzuklicken. Wenn dann der eine Alarm kommt, auf den es ankommt, sieht er aus wie die zwanzig davor.